Wozu der Fachkräftemangel gut sein könnte

Für viele Firmen ist es bereits heute schwierig gute Mitarbeiter zu halten, geschweige denn neue, gut qualifizierte einzustellen.

Die Gründe für diese Probleme und den resultierenden Fachkräftemangel sind zwar bei jeder Firma und Branche etwas verschieden, allerdings gibt es einige grundsätzliche Faktoren, die eine Rolle spielen können, wenn man keine gute Fachkäfte findet oder dauerhaft an sein Unternehmen binden kann. Es gibt Branchen die nicht sexy sind, ebenso wie es Städte und Regionen gibt, die nicht so weit vorne bei den Lieblingswohn- und Arbeitsstädten sind. Die jungen Leute von heute sind flexibler und mobiler als früher. Per Internet, Smartphone und sozialer Netzwerke wird mit der Familie und Freunden Kontakt gehalten. Das eigene Auto wird nicht mehr so wichtig wie früher eingeschätzt. Hinzu kommt, dass interessante Städte wie Hamburg oder Berlin auch ohne eigenes Auto lebenswert sind. Da überlegt manch ein Schulabgänger schon seine Lehre oder Ausbildung weit weg von seiner Heimatstadt zu absolvieren. Diese Entwicklung ist natürlich für ländliche Regionen besonders problematisch, aber auch normale Städte und Regionen müssen sicherlich attraktiver für junge Menschen werden, die ihr Berufs- und Familienleben noch vor sich haben.

Der heutige und der zukünftig drohende Fachkräftemangel lässt den Mitarbeiter als Menschen und als das wichtigste Gut der meisten Unternehmen hoffentlich bald besser dastehen. Herzinfarkte und Burnout-Erkrankungen können nicht als gesellschaftliche Probleme oder neue Zivilisationskrankheiten abgetan werden. Wissen und Ideen kommen nun mal von Menschen, und nicht von Maschinen. Die Arbeitskraft ist wichtiger als die Leistungsfähigkeit der Maschinen, die heutzutage oft vergleichbar, oder zumindest für jede Firma erschwinglich sind.

Definitiv sorgt der Fachkräftemangel dafür, das manch eine Firma nicht so stark wachsen kann, wie es gewollt ist, oder möglich wäre.

Hinzu kommt, das die Gehälter für wichtige Jobs sicherlich deutlich steigen werden, oder andere Annehmlichkeiten wie ein eigener Firmenwagen hinzukommen können. Die Arbeitslosenquote wird auch aufgrund demographischer Aspekte sinken, so dass eigentlich die Kaufkraft der privaten Endverbraucher wieder steigen sollte. Ob Firmen in Zukunft unter dem Strich mehr verdienen als heute wage ich damit stark zu bezweifeln. Kosten für Mitarbeiter und die Beschaffung dieser wird deutlich steigen. Ausgaben für Werbung ebenfalls, man sieht es beispielsweise schon heute deutlich im Segment des Online-Marketings. Der Trend zu mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablet Computer erhöhen den Druck auf viele Unternehmen. Denn die eigene Webseite sollte für diese Zugriffe optimiert sein, wenn man es schon geschafft hat, einen Interessenten auf die Internetpräsenz zu holen. Die Weltmärkte werden enger und transparenter. Viele Produkte sind kaum noch unterscheidbar. Da können Image, Design und Service die besten Abgrenzungskriterien und Verkaufsargumente sein. Natürlich werden mit einem großen Werbebudget auch immer noch mittelmäßige Produkte gut verkauft werden können. Die Nachhaltigkeit und die gnadenlose Realität in den sozialen Netzwerken wird hoffentlich dafür sorgen, das Produkte besser werden.

Diese Aspekte könnten wichtiger werden

  • Gesundheit
  • Freude
  • Anerkennung
  • Teamarbeit
  • Leistungsgerechte Bezahlung (unabhängig von Alter und Geschlecht, vielleicht sollte auch jüngere mehr verdienen als Ältere?)
  • Attraktivität der Firma, der Produkte und der Philosophie
  • Attraktivität des Firmenstandorts
  • Image der Marke
  • Design
  • Service
  • Software

Viele Firmen, vor allem die, die auch in und mit sozialen Netzwerken ihre Probleme haben, müssen an Ihrer Firmen- und Produktphilosophie arbeiten, an Mitarbeiterführung und- beteiligung und über ihren Standort nachdenken. Je nach Branche und Wettbewerb muss man ein interessanterer Arbeitgeber sein als Mitbewerber. Wichtig ist, das man seine Philosophie in der Firma nicht nur auf dem Papier stehen hat, sondern auch wirklich täglich lebt. Dann werden wahrscheinlich auch die eigenen Mitarbeite zu den besten Vertriebsmitarbeitern des eigenen Unternehmens. Wer als Arbeitgeber erkannt hat, wie wichtig die Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter ist, der wird auch freiwillig gerne Zeit und Geld für ein gutes und gesundes Arbeitsklima investieren. Diese Investition wird sicherlich besser verzinst als Geld bei der Bank. Auf jeden Fall sollte man sich als Firma für den Wettlauf um die besten Mitarbeiter heute schon vorbereiten.

Prüfen Sie einmal selbst, wie gut Ihr Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist

  • Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeiter?
  • Welches Potential an Ideen und Wissen ist noch ungenutzt?
  • Haben Wettbewerber bereits etwas verändert?
  • Sind Sie bereit, von anderen Branchen zu lernen?
  • Würden Sie Ihre Produkte selbst kaufen und benutzen?
  • Würden Sie gerne bei sich angestellt sein?
  • Würden Sie gerne ein Lieferant oder Subunternehmer bei sich sein?

Wenn man ehrlich ist, ist es schwierig bei den Antworten auf derartige Fragen zu seinem eigenem Unternehmen objektiv und ehrlich zu sein. Hören Sie Ihren Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten genau zu. Fragen Sie nach! Auch wenn manch eine Antwort zunächst für Unmut sorgt, so liegt die Lösung oft fast auf der Hand. Schauen Sie nach Lösungen in anderen Branchen, oder fragen Sie sich:

Wenn der Kunde frei entscheiden könnte, wie es sein soll: Wie würde dann mein Produkt, mein Service und meine Preise aussehen?

Ich hoffe, ich konnte Sie ein wenig provozieren und aus der Reserve locken, damit Sie über neue Wege und vielleicht auch neue Ziele und Visionen für sich selbst und Ihre Firma nachdenken.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Andreas Wellensiek

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